Fenster in Kloster Oesede

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Erfassen, um zu erhalten. Die Werke von Ruth Landmann und Theo M. Landmann

10. Dezember 2009 | Im Januar 2010 beginnt das Ruth und Theo M. Landmann Archiv mit der Erstellung der Werkverzeichnisse der Osnabrücker Keramikerin Ruth Landmann und ihres Mannes, des Osnabrücker Glasmalers Theo M. Landmann. Erstmals werden die in den vergangenen siebzig Jahren in Kirchen, Schulen und öffentlichen Gebäuden entstandenen keramischen Reliefs, Brunnen, Mosaiken, Glasfenster und Fresken umfassend dokumentiert. Eine Internetanwendung rundet das Projekt ab und stellt die Werke, die ein fester Bestandteil der innenarchitektonischen Ausgestaltung sind auch optisch dar. Das Landmann-Archiv wird unterstützt vom Bistum Osnabrück, dem Landschaftsverband Osnabrücker Land, der Emsländischen Landschaft, dem Kreisheimatbund Bersenbrück sowie dem Heimatbund Osnabrücker Land.

Circa 110 Werke Theo M. Landmanns aus der Zeit von 1925 bis 1978 sind bislang belegt. Ruth Landmann schuf in der Zeit von 1939 bis 2002 circa 250 Arbeiten. Welche der Werke, besonders aus frühen Zeiten, noch existieren und in welchem Zustand sie sich befinden, ist ein spannender Punkt der Recherche. Angaben zur Zugänglichkeit komplettieren die Werkinformationen und regen dazu an, die Arbeiten vor Ort in Augenschein zu nehmen.

Erfassen, um zu erhalten. Erhalten, um zu sehen

»Das Erfassen der künstlerischen Werke ist notwendig, um den Erhalt der Arbeiten dauerhaft zu sichern«, betonen Annette Potthoff und Uwe Lausterer, Gründungsmitglieder des Landmann-Archivs. Pia Landmann, Tochter der beiden Künstler und verantwortlich für Recherche und Dokumentation, ergänzt: »Die Werkverzeichnisse stellen die Arbeiten in einen zeitbezogenen Kontext und regen zu einer erneuten inhaltlichen und formalen Auseinandersetzung an«.

»Ruth Landmann hat nachhaltige Spuren hinterlassen«

Keramik im Großformat – so kann man viele der Werke beschreiben, die Ruth Landmann (1912–2008) geschaffen hat. Die Arbeiten der freien Keramikerin aus Osnabrück überschreiten nicht nur äußerlich die üblichen Formate, sie überwinden auch inhaltliche Grenzen. Christliche Überzeugung mit naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen zu vereinen, war ihr Thema. Eindrucksvoll gelang dies in der Kirche St. Michael in Hoya/Weser. Zu dieser Arbeit schrieb Ruth Landmann: »Das Gleichgewicht der Schöpfung gerät in Unordnung … Die Kräfte der Erde drohen zu verdorren und zu ermatten. Die Wüste um uns, in der Gott keinen Raum hat, bläht sich auf und züngelt weiter.« Bischof Franz-Josef Bode und Generalvikar Theo Paul erklärten in einem Nachruf auf die im Oktober 2008 verstorbene Keramikerin: »Ruth Landmann hat als Künstlerin nachhaltige Spuren in unserem Bistum hinterlassen und dabei Glaubenswelten in die Sprache der Kunst übertragen«.

Theo M. Landmann arbeitete mit bekannten Architekten und Kirchenbauer

Kunst am Bau schuf auch Ruth Landmanns Ehemann, der Glasmaler Theo M. Landmann (1903–1978). Er studierte die Kathedralen Frankreichs, Italiens und Englands, war Schüler von Johan Thorn-Prikker und arbeitete mit bekannten Architekten und Kirchenbauern zusammen. Er entwarf 1925, mit 22 Jahren, seine ersten Glasfenster für die Kirche St. Antonius in Danzig und schrieb 1927 in einem Artikel über christliche Kunst: »Die junge christliche Künstlergeneration entfaltet sich ohne Absichtsbezogenheit auf ihr Schaffen … Es ist ein Gewahr-Werden, ein Entdecken neuer formaler Möglichkeiten; immer aber ein Begreifbar-Machen des Ursprünglichen«. Theo M. Landmann war seit 1929 als freier Künstler tätig und nahm 1933/34 an der Weltausstellung in Chicago teil.

Engagement zum Erhalt der Werke ist willkommen und notwendig

Die dokumentarische Arbeit des Landmann-Archivs ist ohne ideelle und finanzielle Unterstützung nicht möglich. Neben den oben genannten Institutionen ist jedes private Engagement zum Erhalt der künstlerischen Werke willkommen, sei es ein ideeller Beitrag, eine Spende oder eine Mitgliedschaft im Verein. Die Internetpräsenz des Landmann-Archivs hält weitere Informationen zu Künstlern und Arbeiten bereit. Eine Werkkarte zeigt, wo sich Arbeiten von Ruth Landmann und Theo M. Landmann befinden. Hinweise, die diese Daten ergänzen, nimmt das Landmann-Archiv gerne entgegen.

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Ruth und Theo M. Landmann Archiv e.V.
Wetterskamp 1, 49078 Osnabrück
Telefon & Fax: + 49 (0)541 42160
E-Mail: kontakt@landmann-archiv.de

Anmerkung für Redaktionen:
Die unten genannten Bilder liegen in einer Auflösung von 300 dpi vor.
Der Abdruck der Bilder ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei mit dem Bildnachweis: © Ruth und Theo M. Landmann Archiv e.V.
Ein Belegexemplar wird erbeten.

Augenklinik bad Laer
Bildunterschrift: »Hochzeit zu Kanaa«, »Der Evangelist Lukas« und »Darstellung im Tempel« Glasbetonfenster von Theo M. Landmann in der St. Marien Kirche in Kloster Oesede-Georgsmarienhütte, 1962

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Bildunterschrift: Die Evangelisten Lukas, Markus, Johannes, (Matthäus ohne Abbildung) – Bleiverglasung / Antikglas in der von dem Architekten Theo Burlage erbauten Kirche St. Franziskus in Twist-Schöninghsdorf, 1930. Größe: 60 cm x 70 cm. Es befinden sich weitere 21 Symbol- und Schriftfenster von Theo M. Landmann zum Thema »Die sieben Sakramente« im Kirchenschiff von St. Franziskus. Diese sind ebenfalls 1930 entstanden und 60 cm x 70 cm groß.

Augenklinik bad LaerÜbersicht der Werke und Orte
(Bildunterschrift in der Datei)




Augenklinik bad LaerBildunterschrift: »Das Ziel der Schöpfung, die Konzentrierung und Verinnerlichung des menschlichen Geistes in Omega« – Ausschnitt aus einem keramisches Flachrelief von Ruth Landmann nach Pierre Teilhard de Chardin in der Aula des städtischen Gymnasiums in Eschweiler. Entstanden 1971 auf einer Fläche von 16 m x 4 m.

Augenklinik bad LaerBildunterschrift: »Augen-Blicke« (Ausschnitt) – Wandrelief in der ehemaligen Augenklinik Bad Laer (heute St. Maria-Elisabeth-Haus) von Ruth Landmann. Keramik in farbigen Glasuren. Entstanden 1982 auf einer Fläche von 4,5 m x 2 m.


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»Der Evangelist Lukas« (Ausschnitt)

Glasbetonfenster von Theo M. Landmann in der St. Marien Kirche in Kloster Oesede-Georgsmarienhütte, 1962

Foto: Ruth und Theo M. Landmann Archiv e.V.